Aschinger Steuerberater München

Steuerberater Sebastian Aschinger

Kanzlei-News

Änderung bei Jagdverpachtung

In einem aktuellen Merkblatt weist das Bayerische Landesamt für Steuern auf die umsatzsteuerlichen Änderungen bei einer Jagdverpachtung ab dem 01.01.2017 hin.

 

Eigentümer der Grundflächen, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören, bilden eine Jagdgenossenschaft. Die Jagdgenossenschaft stellt eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (= juristische Person des öffentlichen Rechts - jPdöR) dar.

Umsatzbesteuerung bis einschließlich 2016

Die Verpachtung der Jagd wird derzeit als Vermögensverwaltung beurteilt. Die Jagdgenossenschaft wird mit der Vermögensverwaltung nicht unternehmerisch tätig, so dass die Pachteinnahmen nicht der Umsatzsteuer unterliegen.

Umsatzbesteuerung ab dem Jahr 2017

Durch das Steueränderungsgesetz 2015 wurden die Regelungen zur Unternehmereigenschaft von jPdöR neu gefasst und § 2b UStG mit Wirkung vom 01.01.2016 neu eingefügt. Jedoch ist § 2b UStG in der am 01.01.2016 geltenden Fassung erst auf Umsätze anzuwenden, die nach dem 31.12.2016 ausgeführt werden.

Dies hat u.a. die Folge, dass Umsätze der Vermögensverwaltung nunmehr der unternehmerischen Tätigkeit der jPdöR zuzurechnen sind. Die Jagdgenossenschaft wird daher mit der Verpachtung der Jagd zum Unternehmer. Die Verpachtung der Jagd unterliegt damit ab dem 01.01.2017 mit dem Regelsteuersatz von 19% der Umsatzsteuer.

Übergangsregelung

Jede jPdöR kann dem Finanzamt gegenüber jedoch einmalig erklären, dass sie § 2 Abs. 3 UStG in der am 31.12.2015 geltenden Fassung für sämtliche nach dem 31.12.2016 und vor dem 01.01.2021 ausgeführte Leistungen weiterhin anwendet. Diese Optionserklärung ist bis zum 31.12.2016 durch den gesetzlichen Vertreter oder einen Bevollmächtigten abzugeben.

Optionserklärung noch bis 31.12.2016 möglich!

Die Übergangsregelung erlaubt es, per Erklärung die bisher bis 2016 gültige Rechtslage bis einschl. 2020 fortzuführen.

Auch wenn wegen der anzuwendenden Kleinunternehmerregelung bei den meisten Jagdgenossenschaften in den Jahren 2017 bis 2020 keine Umsatzsteuer anfallen würde, empfiehlt das bayerische Landesamt für Steuern den Jagdgenossenschaften, zur Sicherheit eine solche Erklärung abzugeben. Mit der Abgabe der Fortführungserklärung sind für die Jagdgenossenschaften keinerlei Nachteile verbunden, weil sie diese Erklärung jederzeit widerrufen können.

Tipp: Ein Muster für eine derartige Erklärung können Sie auf den Internetseiten des bayerischen Landesamts für Steuern (www.finanzamt.bayern.de) kostenfrei herunterladen. Beachten Sie aber, dass der Antrag hierzu noch bis zum 31.12.2016 gestellt werden muss.

Eingestellt am: 15.12.2016